Restaurierung 2019–2022

Kirchenrestaurierungsprojekt

PROJEKTCHARAKTERISTIK

Projekt Registrierungsnummer CZ.06.3.33/0.0/0.0/16_059/0004598 Rettung der Kirche St. Margareta in Jaroměřice nad Rokytnou, der Barockperle der Region Vysočina, gefördert im Rahmen des 52. Aufrufs des IROP – REVITALISIERUNG AUSGEWÄHLTER DENKMÄLER II – Spezifisches Ziel 3.1 – Effizientere Präsentation, Stärkung des Schutzes und der Entwicklung des kulturellen Erbes.

Voraussichtliche Projektkosten: 112.891.991 CZK
Tatsächliche Projektkosten: 106.850.000 CZK
Voraussichtlicher Beitrag der EU und des Staatsbudgets: bis zu 94.916.056 CZK

Das Projekt wurde von der Region Vysočina, der Stadt Jaroměřice nad Rokytnou und der ČEZ-Stiftung unterstützt.

Gegenstand des Projekts ist die Rettung und Restaurierung der Kirche St. Margareta in Jaroměřice nad Rokytnou, der Barockperle der Region Vysočina, die ein unverzichtbarer Bestandteil der Stadtsilhouette ist.

Die Kirche St. Margareta schließt an das benachbarte Schlossgebäude an, mit dem sie baulich verbunden ist und mit dem sie ein einheitliches städtebaulich-architektonisches Ensemble bildet. Aufgrund ihres kulturhistorischen Wertes steht die Kirche St. Margareta in Jaroměřice nad Rokytnou als Teil des Nationalen Kulturdenkmals „Schloss Jaroměřice nad Rokytnou“ unter Denkmalschutz, Registernummer der ÚSKP ist 26383/7-2665.

Das Ziel des Projekts ist die Gesamtwiederherstellung des ursprünglichen Zustands des einzigartigen frühbarocken Bauwerks der Kirche St. Margareta, und zwar sowohl in bautechnischer als auch in architektonischer Hinsicht. Ein einzigartiger Teil des Bauwerks dieser Barockkirche in der Region Vysočina ist die gesamte Dachstuhlkonstruktion der Kuppel mit hölzernen Bogensparren (Ramenaten). Sie zeichnet sich durch eine frühbarocke, authentische handwerkliche Verarbeitung aus, die außerordentlich selten und einzigartig ist. Ein integraler Bestandteil dieser Konstruktion ist die malerische Ausschmückung der monumentalen Kuppel der Kirche St. Margareta von Karl František Antonín Tepper, die der Besitzer des Schlosses Jaroměřice und Kunstmäzen Johann Adam von Questenberg im Jahr 1737 in Auftrag gab.

Das Projekt löst den aktuellen bautechnischen Sanierungsfall, in dem sich das Denkmal befindet. Es bestand das Risiko eines unwiederbringlichen Verlusts des außergewöhnlichen Deckenfreskos im Innenraum, das von der einzigartigen hölzernen Kuppelkonstruktion getragen wird, an der sich destruktive Mängel und Schäden erheblich bemerkbar machten. Hätte dieses Bauwerk nicht repariert und gerettet werden können, drohte Gefahr im Verzug mit der Folge einer Beschleunigung der destruktiven Prozesse durch Bewegungen der hölzernen Bogensparren und der gesamten einzigartigen Holzkuppel, was zur Zerstörung des Freskos geführt hätte. Dieser Prozess hätte den Verlust der Authentizität und der einzigartigen Originalität bedeutet. Die Umsetzung des Projekts löst die Wiederherstellung der Denkmalwerte, des Äußeren und des Inneren der Kirche.

Im Rahmen des baulichen Teils des Projekts werden die Statik der Kirche sowie die Reparatur historisch wertvoller Baukonstruktionen gelöst (großflächige Schäden an den Dachstühlen der Kuppel, Schäden an der Dachdeckung über den Oratorien und Seitengängen sowie an den Dachstühlen der Türme); die Außenhülle der Kirche wird wiederhergestellt und technisch degradierte oder in Material bzw. Form ungeeignete moderne Oberflächenbehandlungen der Baukonstruktionen werden repariert. Die bauliche Lösung umfasst auch eine komplette Erneuerung der Elektroinstallation, eine vollständige Rekonstruktion des Heizungs- und Temperierungssystems, die Rekonstruktion der Lüftungsanlagen samt Neuinstallation der Lüftungsleitungen sowie die Rekonstruktion der sanitären Haustechnik (ZTI).

Die wesentlichen Restaurierungsarbeiten im Innenraum des Denkmals umfassen die Restaurierung des wertvollsten Teils des Denkmals, nämlich des gefährdeten Deckenfreskos in der Kuppel der Kirche. Es handelt sich um die Restaurierung eines einzigartigen, historisch sehr wertvollen Deckenfreskos mit einer Fläche von ca. 450 m2. Zu den Restaurierungsarbeiten im Innenraum des Denkmals gehören auch die Bearbeitung der Wandflächen einschließlich Ausbesserungen und neuer Putzergänzungen im Kirchenschiff und im Altarraum (Presbyterium). Die Restaurierungsarbeiten am Äußeren des Denkmals umfassen die Restaurierung steinerner architektonischer Elemente der Kirche (steinerne Eingangsgewände und Turmvoluten).

Durch die Umsetzung des Projekts wird der Schutz und die Sicherheit des Denkmals erhöht, dank der Anschaffung und Installation eines neuen Einbruchmelde- und Notrufsystems, einer neuen Brandmeldung und einer neuen Notbeleuchtung. Zur Sicherung des Denkmals trägt auch die Installation eines Drehkreuzes am Zugang zum südlichen Aussichtsturm bei.

Bei der Planung der Kirchenerneuerung wurde größter Wert auf die Beseitigung aller bisherigen Barrieren gelegt, um Menschen mit Behinderungen (ZTP) den Zugang zu allen für die Öffentlichkeit bestimmten Räumen im Erdgeschoss zu ermöglichen. Auch aus diesem Grund ist der Austausch aller Fußbodenkonstruktionen im Erdgeschoss und deren Anordnung auf einer einheitlichen Höhenebene vorgesehen. Die neu zugängliche Gartenterrasse wird von den bestehenden Räumen der Kirche aus ebenfalls barrierefrei zugänglich sein. Im Rahmen der baulichen und räumlichen Anpassungen ist auch eine neue Toilette vorgesehen, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen abgestimmt ist.

Die geplante Erneuerung der Kirche sieht eine Anpassung des Kircheninnenraums sowie eine neue Nutzung und Zugänglichmachung einiger Räume für die Öffentlichkeit vor. Für liturgische Zwecke wird weiterhin die eigentliche Kirche mit dem Altarraum dienen. Im nördlichen Oratorium im Erdgeschoss wird eine neue Sakristei eingerichtet, ergänzt durch die notwendigen sanitären Anlagen. Die ursprüngliche Sakristei in der Achse des Altarraums wird in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt und wird Teil des erweiterten Besichtigungsweges sein. Im nördlichen Galeriegang im 1. OG, im nördlichen Korridor und im Oratorium im 2. OG wird eine Dauerausstellung eingerichtet. Der südliche Galeriegang im 1. OG und die angrenzende, neu zugänglich gemachte und gestaltete Gartenterrasse werden für Ausstellungs- und Multifunktionsaktivitäten genutzt. Der Südturm der Kirche wird neu als Aussichtsturm für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und bietet einen außergewöhnlichen Blick auf den gesamten barocken Schlossgarten. Die neu zugänglichen Räume erweitern den bestehenden Besichtigungsweg der Kirche.